Erdbebeneinwirkung

Erdbebeneinwirkung in Deutschland

Die Erdbebengefährdung in Deutschland wird durch eine Erdbebenzonenkarte (mit der Zoneneinteilung von 0 bis 3) beschrieben. Gebiete, die nicht den Erdbebenzonen 1 bis 3 zugeordnet sind, werden als Gebiete sehr geringer Seismizität eingestuft, so dass für Bauwerke in diesen Gebieten kein Erdbebennachweis erforderlich ist. Die Referenz-Wiederkehrperiode beträgt 475 Jahre, was einer Wahrscheinlichkeit des Auftretens von 10 % in 50 Jahren entspricht.

Karte der Erdbebengefährdung Deutschlands (Quelle: Meskouris, K., Brüstle, W., Schüter, F.-H.: Neufassung der Norm DIN 4149. Bauingenieur, Bd. 79, S3-S8, 2004.)
Titelseite Broschüre Erdbeben in Deutschland

Die Grenzen der Erdbebenzonen entsprechen Intensitätsgrenzen von 6,0, 6,5, 7,0 und 7,5 nach der EMS-Skala, wobei in der DIN EN 1998-1 jeder Zone ein Referenz-Spitzenwert der Bodenbeschleunigung agR zugeordnet ist.

Referenz-Spitzenwerte der Bodenbeschleunigung agR in DIN EN 1998-1/NA

Baugrund- und Untergrundklassen

Der Einfluss der Untergrundverhältnisse auf die Stärke möglicher Beben wird sowohl hinsichtlich der Beschaffenheit des anstehenden Baugrundes als auch hinsichtlich der geologischen Untergrundverhältnisse („deep geology“) berücksichtigt. Dazu wird der Baugrund einer der vorgesehenen Baugrundklassen A, B und C zugeordnet. Hinsichtlich des geologischen Untergrundes werden die Klassen R, S und T unterschieden, deren räumliche Verteilung ebenfalls durch die oben dargestellte Karte beschrieben wird.

Baugrund-und Untergrundklassen nach DIN EN 1998-1/NA

Mit der Bodenbeschleunigung sowie der Baugrund- und Untergrundklasse können die für die Tragwerksbemessung benötigten Bemessungsantwortspektren aufgestellt werden. Die folgende Abbildung zeigt die Antwortspektren für verschiedene Untergrundkombinationen und eine Bodenbeschleunigung ag von 0,8 m/s2.

Bemessungsantwortspektren